Rechtlicher Rahmen | The International Academy of Osteopathy IAO
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Rechtlicher Rahmen

Es gibt nur in wenigen Ländern rechtliche Vorschriften für die Osteopathie.

Belgien

Belgien ist eines der wenigen Länder in Europa, in denen ein Gesetz über die Osteopathie verabschiedet wurde. 1999 wurde das Colla-Gesetz vom belgischen Parlament angenommen. Marcel Colla (SP.A), der damalige Gesundheitsminister, wollte eine Registrierung für Anbieter nichtkonventioneller Heilmethoden, darunter auch Osteopathie, einführen. Dieses Gesetz befürworten wir sehr, doch zu unserem großen Bedauern wurde es bisher noch nicht umgesetzt. Seit Jahren befassen sich Ausschüsse, in denen Osteopathen, Ärzte, Pädagogen und Juristen vertreten sind, mit der Ausarbeitung der Details. Dieses Verfahren wird jedoch noch einige Zeit dauern. Zum Vergleich: In Großbritannien dauerte es circa 10 Jahre, bis alle Aspekte der Osteopathie geregelt waren.

Frankreich

Auch in Frankreich gibt es ein Gesetz über die Anerkennung der Osteopathie. 2001 wurde dort ein Rahmengesetz verabschiedet. 2014 wurden diese Gesetze grundlegend angepasst und 2015 wird ein entscheidendes Jahr. Alle mehr als 70 Osteopathieschulen hatten bis zum 15.02.15 Zeit, ihre Curricula an die neue Gesetzgebung anzupassen. Im Juni 2015 werden die französischen Behörden entscheiden, welche Schulen der neuen Gesetzgebung entsprechen und welche nicht. Die IAO arbeitet mit einer französischen Osteopathieschule zusammen, so dass Absolventen der IAO auch in Frankreich rechtmäßig arbeiten können.

Großbritannien

Großbritannien war das erste Land in Europa, in dem die osteopathische Medizin vollständig anerkannt und rechtlich geregelt wurde. Ein Osteopathiestudium besteht aus einer vier- oder fünfjährigen Vollzeitausbildung. Diese Ausbildung kann an einer der fünf britischen Schulen absolviert werden, die jeweils mit einer Universität zusammenarbeiten. Das Abschlusszeugnis wird dann von diesen Universitäten ausgestellt. Zu diesen Schulen gehört u. a. das renommierte British College of Osteopathic Medicine (BCOM), mit dem die IAO eng zusammenarbeitet. In Großbritannien erhalten Absolventen ein Bachelor-Zeugnis in Osteopathie bzw. in osteopathischer Medizin. Wer als Osteopath arbeiten will, muss Mitglied des General Osteopathic Council (GOSc) werden, einer staatlichen Einrichtung. In Großbritannien ist die Osteopathie eine eigenständige medizinische Fachrichtung und keine Spezialisierung innerhalb einer anderen Ausbildung. Osteopathen diagnostizieren und behandeln selbständig, ohne Aufsicht oder Überweisung eines Arztes.

Die Schweiz

Am 7. Juni 2016, hat die Schweiz einem Gesetz zugestimmt dass die Osteopathie als Gesundheitsberuf anerkennt und erkennt zugleich das Masterdiplom in der Osteopathie.

Nach dem Bundesrat, hat auch der Nationalrat der Schweiz am 7. Juni 2016 mit 181 zu 5 Stimmen einem neuen Gesetz zugestimmt, dass als Ziel eine Verbesserung der Qualität der Versorgung und der Sicherheit der Patienten hat. Das ist nach der Anerkennung des Berufs durch den geschützten Titel Osteopath seit 1. Januar 2013, eine neue Entwicklung für die Osteopathie in der Schweiz
Das neue Gesetz stellt ein Verzeichnis von Gesundheitsberufen auf, nach dem Vorbild der medizinischen Berufe, wie z.B. Ärzte, Zahnärzte, Chiropraktiker, Pharmazeuten und Tierärzte.
Darüberhinaus ist das Ziel der Implementierung dieses Verzeichnisses eine Harmonisierung der Vorschriften über die Ausbildung der Gesundheitsberufe, insbesondere Krankenschwestern, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Hebammen, Ernährungsberatern, Optikern und Osteopathen mit dem bestehenden System für die medizinischen Berufe.
Es gewährleistet die Qualität der Ausbildung der Gesundheitsberufe und bewirkt auch die Ausübung von disziplinarischen Massnahmen gegen Praktizierende, die die bundesweit etablierte Regeln nicht respektieren.
Das Gesetz hat auch als Ziel die Sicherheit der Patienten zu verbessern. Ab jetzt wird, im Interesse der Patienten, die Praxis eines Gesundheitsberufs der Zulassung und beruflichen Pflichten und disziplinarischen Massnahmen unterliegen. Die Bedingungen für die Genehmigung der Praxis werden auf Bundesebene festgelegt.
Die Liste der betroffenen Berufe genauso wie das Niveau des Diploms für jeden Beruf wurde lange diskutiert.

Bezüglich der Osteopathie entsprechend der Stellungnahme der verschiedenen Räte, beschloss der Nationalrat, dass die Osteopathie jetzt von der Ausbildung auf Master-Ebene profitieren könnte.
Die Definition von klaren und einheitlichen Kompetenzen sollten auch die Anerkennung ausländischer Diplome ermöglichen und interkantonale Mobilität fördern.

Quelle: http://www.osteopathe-syndicat.fr/suisse-une-nouvelle-loi-reconnait-l-osteopathie-a-un-grade-master-et-comme-profession-de-sante

Italien

In Italien ist Osteopathie seit Mai 2016 ein “Gesundheitsberuf”.

Jetzt startet ein Procedere um das Profil des Osteopathen und seine Ausbildung zu regularisieren. Dieses Procedere wird wahrscheinlich einige Jahre andauern.

Wie sieht es mit der Anerkennung der Osteopathie im übrigen Länder aus?

Die Antwort ist paradox: Im Bereich der Osteopathen-Ausbildung kann die EU einiges erreichen, aber auf die Ausübung der Osteopathie in den Mitgliedstaaten hat die EU keinen Einfluss. Medizinische Berufe sind nämlich als einzige vom Freizügigkeitsprinzip in der EU ausgenommen.
Gesetze und Bestimmungen für medizinische Berufe unterliegen daher auch künftig der Souveränität der einzelnen Länder. Jedoch ist es möglich, mit einer Harmonisierung der Ausbildung für gleichwertige Berufsstandards in Europa zu sorgen. Dies kann letztendlich zur freien Berufsausübung über die Grenzen der Mitgliedstaaten hinweg führen. Doch dieser Weg ist lang und beschwerlich. An seinem Anfang stand 1999 die Bologna-Erklärung, mit der Studiengänge in den verschiedenen Mitgliedstaaten harmonisiert werden sollten. Die Erklärung basiert auf zwei wichtigen Säulen, der Bachelor-Master-Struktur (BAMA) und dem European Credit Transfer System (ECTS). Die erste Säule sorgt für eine Vereinheitlichung der Studienabschlüsse, die bis heute von Land zu Land unterschiedlich sind. Die zweite legt die Anforderungen für Bachelor- und Master-Abschlüsse (180 ECTS bzw. 120 ECTS) fest. Erst dann kann es eine Gleichwertigkeit der verschiedenen Abschlüsse geben – eine Voraussetzung für die Anerkennung in anderen Ländern. In Belgien und den Niederlanden arbeiten fast alle Universitäten und Hochschulen inzwischen nach der Bachelor- und Master-Struktur auf der Basis des ECTS-Systems (Koeffizient aus Präsenzstunden, Prüfungen und Selbststudium). Es ist jedoch unmöglich, die Qualität einer Ausbildung anhand der Zahl der Unterrichtsstunden zu beurteilen. Zu viele Fragen bleiben unbeantwortet.

  •     Wie kompetent sind die Dozenten?
  •     Welche Qualität haben die Kurse?
  •     Welche didaktischen Hilfsmittel werden verwendet?
  •     Wie gut sind die Lehrbücher?
  •     Gibt es eine externe Qualitätskontrolle?
  •     Was ist das Abschlusszeugnis wert?
  •     Verläuft die Ausbildung entsprechend der Bologna-Erklärung?
  •     …

Die IAO

Die IAO begann bereits vor mehr als zehn Jahren mit der Anpassung ihres Curriculums an das ECTS-System gemäß den Vorgaben der Bologna-Erklärung und bietet einen Bachelor of Science with Honours in Osteopathic Studies und einen Master of Science in Osteopathie (M. Sc. Ost.) an.
Seit 1997 verfügt die IAO über eine ISO 9001-Zertifizierung und wird akademisch von der Buckinghamshire New University und der University of Applied Sciences Tyrol (FHG) kontrolliert. Die Studierenden haben ein Mitspracherecht und sind über die Klassensprecher und jährliche Umfragen an internen Qualitätskontrollen beteiligt.
Die Ausbildung an der IAO wird von europäischen Berufsverbänden anerkannt und berechtigt in den Beneluxstaaten auch zur Ausübung der Osteopathie.